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INHALT

Ausgabe August
Heft 04/2010


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Energie und nachhaltige Entwicklung

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wege und Risiken der Energieversorgung werden in den kommenden Jahrzehnten einen weitreichenden Einfluss haben, nicht nur auf die globale Ökonomie, sondern auf alle Lebensbereiche. Kein anderes Themenfeld - vielleicht mit Ausnahme des Wassers - eröffnet einen so dringenden und zugleich scheinbar "bodenlosen... mehr



1. Basisbeitrag

2. Dialog-Interview

3. Praxis Beiträge

Tim Kirchner

Desertec: Strom aus Afrika


Das Solarprojekt als Lösung des Energiebedarfs?
Den Energiehunger unserer Gesellschaft sättigen, dazu beitragen soll das Projekt ‚Desertec‘ – und wie der Name bereits vermuten lässt, findet es seinen Ursprung in der Wüste, genauer gesagt in der Sahara. Es handelt sich um die Idee, innerhalb der nächsten 40 Jahre (zunächst nur) 50% des anfallenden Strombedarfs in der EUMENA Region (Europe, the Middle East, North Africa) durch solarthermische Technologien, abzudecken. Die Verantwortlichen bei Desertec – übrigends ein Konsortium der Deutschen Gesellschaft des CLUB OF ROME und Mitgliedern des TREC-Netzwerkes aus vier Kontinenten – verweisen darauf, dass es ausreichen würde, lediglich drei Tausendstel der weltweit ca. 40 Mio. km2 an Wüstenfläche mit solarthermischen Kraftwerken auszustatten, um den heutigen globalen Strombedarf zu decken.
Dass hinter dem ansonsten so mensch- und umweltfreundlichen Weltrettungskonzept auch harte finanzielle und politische Interessen stehen, wird bei einem zweiten Blick in das so genannte Red Paper von Desertec deutlich. So heißt es etwa auf Seite 12: „Die DESERTEC Foundation bündelt politische, ökonomische und zivilgesellschaftliche Interessen an Energie- und Klimasicherheit, und verhilft ihnen dadurch zu mehr politischem Einfluss. […] Außerdem leistet sie Politikberatung auf nationaler und supranationaler Ebene in Europa, dem MENA-Raum und weltweit, um zusammen mit Gesetzgebern und einflussreichen gesellschaftlichen Akteuren die Implementierung des DESERTEC Konzepts voranzubringen.“ Ist dieses Projekt tatsächlich ein Weg, sowohl ökologisch als auch sozial verträglich (und das bedeutet: in Afrika UND Europa) den Energiebedarf zu decken?


Egbert Klöckner

Der deutsche Strommarkt


Kartell der „Abzocker“?
1998 wurden Jahrzehnte alte staatlich kontrollierte Gebietsmonopole aufgelöst, Endkunden sollten von nun an auf dem Markt „ihren“ Stromanbieter frei wählen. Dadurch sollten Produktivitätspotenziale mit strompreissenkender Wirkung initiiert werden bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit. Erreicht wurde jedoch das Gegenteil: An die Stelle der ehemals acht großen Energiekonzernen traten, da keine überwachende Regulierungsbehörde geschaffen wurde, vier noch größere Unternehmen, die heute über 80 Prozent der Stromerzeugung und einen fast ebenso großen Anteil bei der Stromversorgung der Endkunden kontrollieren.
Durch die Einrichtung der Strombörse EEX 2002 in Leipzig wurde Strom zu einer Ware, die frei gehandelt werden kann. Das Prinzip ist einfach: Der teuerste Anbieter gibt den Kurs für die anderen vor. Hier haben die großen Konzerne mit ihren längst abgeschriebenen Atom- und Kohlekraftwerken besonders leichtes Spiel, bei geringen Kosten hohe Preise zu erzielen. Zudem macht immer wieder der Verdacht von Marktmanipulation und Preisabsprachen die Runde.
Trotz Schaffung einer Regulierungsbehörde (2005) und zahlreicher Bemühungen der EU-Kommission, sind die Kraftwerke noch immer in fester Hand der vier großen Versorger. Mit der geplanten Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke wird deren marktbeherrschende Stellung weiter verfestigt und ausgebaut; Extra-Profite von schätzungsweise 85 Mrd. Euro und Eigenkapitalrenditen von 20 Prozent und mehr winken, die es auch leicht machen, auf inzwischen unrentable „Stromautobahnen“ zu verzichten, zumal hohe Investitionen hier in der Zukunft erforderlich sein werden.
Der Markt wird’s schon richten, das Credo seit der Liberalisierung 1998. Hat es der Markt nun gerichtet? Oder: Warum ha er es nicht?


4. Praxis Rubriken

5. Praxis Beilage